Geschichte

K. Meuschel 2015

Unser Antiquariat wurde 1969 in Bonn gegründet und hat in den vergangenen Jahren einige bemerkenswerte Autographen, Handschriften und Bücher in Katalogen und auf Messen angeboten und verkauft.

 

Unter den Handschriften sind es u. a. die Autographen- und Porträtsammlung der Goethe-Malerin Karoline Bardua; der handschriftliche Nachlass des Schauspielers Ludwig Devrient, der neben seiner Autobiographie Briefe von Chamisso, Goethe, Wilhelm Hauff, Eduard Hitzing und E. T. A. Hoffmann enthält.

 

Darüber hinaus der handschriftliche Nachlass des Dichters Konrad Pfeffel mit über 500 Autographen, darunter Briefen aus Goethes Straßburger Freundeskreis, u. a. von Michael Lenz, Lili von Turckheim und dem Schweizer Kraftgenie Christoph Kaufmann.

 

E. T. A. Hoffmanns vollständiges Originalmanuskript der Novelle Meister Martin der Küfner und seine Gesellen sowie die 21 bekannten Briefe von Heinrich Heine an Elise v. Krienitz (Mouche) ferner seine umfangreiche Korrespondenz mit der Prinzessin Christina Belgiojoso; Gustave Flaubert, Sophonisbe. Ein hs. Fragment; Goethe, zwei eigenhändige Manuskripte aus Faust II sowie zwölf Zeichnungen, darunter die auf der Campagne in Frankreich entstandenen großartigen Ansichten von Luxemburg; Rilke, ein unveröffentlichtes Romanfragment über den Venezianer Carlo Zeno; das prachtvolle Manuskript eines Sachsenspiegels, Schlesien (?) um 1420 oder die vollständigen Aufzeichnungen von Sartre über Cuba, entstanden in Havanna 1960.

 

Aus den über 130 erschienenen Katalogen und Bulletins seien erwähnt die bedeutenden Goethe-Bibliotheken von Lothar Frede, Weimar, und Walther Küntzel, Bonn; die Sammlung illustrierter Einblattdrucke von Prof. Klaus Stopp; frühe italienische Graphiken des 16. Jhs. aus dem Besitz eines Bamberger Bischofs (Katalog 85); die Bibliothek von Carlo Schmid; die Belagerung von Pavia 1525: Der Fund eines bisher unbekannten Basler Farbholzschnittes ist der früheste bekannte Belagerungsplan einer europäischen Stadt (Katalog 80 mit Faksimile); von Martin Luther die höchst seltene illustrierte Ausgabe des Deudsch Catechismus, Wittenberg 1529 (Ex. Knaake) und sein Widmungsexemplar für Anna von Reuss, Äbtissin von Gernrode; der durch Prof. Paul Raabe angeregte Erwerb der Jacob-Böhme-Sammlung aus dem niederländischen Nachlaß von Johann Georg Gichtel und Johann W. Ueberfeld mit Handschriften, Korrespondenzen und gedruckten Büchern aus dem 17. und 18. Jhdt., darunter das auf Leinwand in Öl gemalte Porträt Böhmes um 1685, und schließlich und nicht zuletzt die bedeutenden und reich illustrierten Kataloge 87 und 88: „Westeuropäische Bucheinbände aus Gotik und Renaissance.“ Zu letzterem schrieb mir Dr. Bernd Breslauer: „Ich gratuliere zu Ihrem hochinteressanten Katalog 88: über 40 Einbände dieser Art heute zusammenzubringen ist geradezu ein Kunststück. Seit langem betrachte ich Ihre Kataloge als die interessantesten, vielseitigsten und bestdokumentierten, die ich aus Deutschland erhalte“ (NY 7.II.01).

 

An Angeboten von ähnlicher Bedeutung und Provenienz sind wir weiterhin interessiert.